Ein Wirbelwind auf vier Pfoten

Schwarz glänzendes Fell, leuchtende Augen, verspielt, verschmust – das sind die Attribute von Laila, der inzwischen acht Monate alten Mischlingshündin, die im Alter von acht Wochen von ihrem damaligen alkoholisierten Herrchen aus Spaß durch die Luft gewirbelt wurde und die sich beim Aufprall auf den Boden einen komplizierten Trümmerbruch der rechten Vorderpfote zuzog (die AZ berichtete darüber). Die Pfote wurde mit zwei 8 cm langen Nägeln gerichtet, die sich jedoch durch das Wachstum und den Bewegungsdrang des kleinen Hundes verschoben, sodass schon bald ein Nagel aus der Schulter wieder heraustrat und eine neue Wunde verursachte.

Heute, nach einem halben Jahr, erinnert nichts mehr an diesen schweren Unfall. Munter tollt Laila mit ihrer neuen Familie herum. Harald Mißfeld, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Tierheim, nahm sich seinerzeit des kleinen Sorgenkindes an und in Sabine Mißfeld fand sie ihre ganz private Physiotherapeutin, die nach der Operation regelmäßig Übungen mit ihr machte um die verkürzten Sehnen wieder auf eine normale Länge zu dehnen.

Viele Leser waren damals erschüttert über das Schicksal des kleinen Welpen und folgten gerne dem Spendenaufruf des Tierheims um eine Operation zu ermöglichen. So auch die Schülerinnen des Wahlpflichtkurses Französisch Klasse 9 der Gervasius-Realschule Ebstorf. Zu ihnen gesellten sich noch einige Mitschülerinnen, die über einen solchen „Spaß“ mit einem kleinen Hund sehr betroffen waren.

Mit viel Engagement wurden Kuchen gebacken, Muffins, Bretzel, Pizza und Baguettes und in den Pausen an die hungrigen Mitschüler verkauft. So konnte bereits im Frühjahr die stolze Summe von 276 Euro an das Tierheim übergeben werden, ein nicht zu unterschätzender Beitrag für Operations- und Behandlungskosten, die inzwischen auf rund 1500 Euro angewachsen sind.

Um den Schülerinnen und ihrer Lehrkraft zu zeigen, dass sich ihre Mühe gelohnt hat, besuchte Laila mit ihrem Herrchen unlängst ihre Wohltäter. Sie konnten sich von der Lebendigkeit der kleinen Hündin überzeugen und nicht ohne Stolz berichtete Harald Mißfeld, dass Laila trotz ihrer Negativerfahrungen keinerlei Aggressionen zeige, kontaktfreudig sei und mit anderen Hunden sehr sozial umginge. So hat die Geschichte ein gutes Ende gefunden und die Mißfelds sind glücklich über den ungeplanten munteren Familienzuwachs.

Angelika Schröder

Tagebuch