Das Personalkarussell hat sich gedreht ....
Bereits am 13.4.2010 beging Heidi Bannöhr, ein Urgestein der Gervasius-Realschule, ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Im Juni wurde ihr dafür offiziell vom Realschulrektor Kaufmann die Urkunde überreicht. Nach Realschulabschluss und Studium an der Fachschule für Gymnastiklehrer in Wilhelmshaven absolvierte sie 1970 die Lehrerprüfung in Hannover. Nach fünf Jahren Dienst in Wittingen an der Grund- und Hauptschule kam sie 1975 nach Ebstorf. Seitdem unterrichtet sie jedes Jahr fast alle Schüler der Realschule. Herr Kaufmann fasste diese Tatsache mit launigen Worten so zusammen: Gehe man von 13 Klassen pro Jahr (früher waren Jahrgänge z.T. dreizügig) mit durchschnittlich 25 Schülern aus, so hat Frau Bannöhr in ihren 40 Dienstjahren rund 13.000 Schüler unterrichtet. Sieht man sich ihre Arbeitszeit genauer an, heißt das, sie verbringt wöchentlich 26 Stunden, 40 Schulwochen pro Jahr, in der Turnhalle, ab und zu auch auf dem Sportplatz oder im Schwimmbad. Das macht 1040 Stunden jährlich Dienst für den Sport; ergibt in 40 Jahren eine Dienstzeit von 41600 Stunden. Dem Dienstherrn war diese Zeit eine Prämie von 500 € wert, eigentlich ein schönes Sümmchen. Sähe man darin einen Stundenlohn, so betrüge dieser 1,2 Cent pro Stunde, 2,4 Cent pro Doppelstunde Sport - brutto. Trotzdem wird sie auch weiterhin mit großem Engagement den Schülern den Sport nahe bringen.
Dem 23. Juni 2010 sah man im Kollegium mit sehr gemischten Gefühlen entgegen, musste man sich doch von zwei altgedienten Kollegen trennen. Herbert Brendjes, seit 1978 an der Gervasius-Realschule tätig mit den Fächern Mathematik und Technik, nahm Abschied vom aktiven Schulleben. Realschulrektor Kaufmann würdigte das Wirken des beliebten Kollegen, der durch sein ruhiges, ausgleichendes Wesen und seine Fachkompetenz von Schüler- und Lehrerschaft gleichermaßen geschätzt war. Als eine Art "graue Eminenz" wirkte er vielfach im Hintergrund. Mit der Lernmittelverwaltung betraut, sorgte er für den reibungslosen Nachschub sämtlicher Schulbücher. Computerpflege und Programminstallation waren geradezu ein Hobby von ihm, das allen Kollegen zugute kam, die Fragen im Umgang mit dem neuen Medium hatten. Auch wenn Vidiorecorder oder DVD-Player sich dem gewünschten Einsatz verweigerten, wusste Herr Brendjes stets Rat. "Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht", resümierte der scheidende Lehrer und versprach, auch künftig bei technischen Problemen zu helfen und bei Aufführungen und Abschlussfeiern die Videocamera zu bedienen.
Ein anderer Kollege, der 1981 an diese Schule kam, wurde ganz offiziell in den Ruhestand versetzt: Heiner Cassier. Nach einem Agraringenieursstudium orientierte er sich um und machte zunächst eine Ausbildung an einem großen Schulzentrum. Die Suche nach einer kleineren Schule führte ihn zunächst nach Soltau, wo er fünf Jahre unterrichtete, bevor er sich dann nach Ebstorf versetzen ließ. Sein Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie und Chemie prägte viele Generationen. Die Neugestaltung des Biologieraumes lag Herrn Cassier besonders am Herzen, und so sammelte er mit viel Engagement Spenden, die die Schule in die Lage versetzten, den Raum neu und schülergerecht auszustatten. Bereits in den 90er Jahren hatte er mit viel Engagement an der Neugestaltung des Chemieraums mitgewirkt. "Der Ruhestand ist der Zustand, auf den man ein ganzes Leben hinarbeitet und dann erschrocken ist, wenn es soweit ist", konstatierte Schulleiter Kaufmann und wünschte dem neuen Pensionär im Namen des Kollegiums für die Zukunft alles Gute.
Als so genannte "Feuerwehrlehrkraft" kam am 16.10.2009 die Gymnasiallehrerin Claudia Kuck an die Gervasius-Realschule. Sie unterrichtete anstelle der erkrankten Kollegin Höner die Fächer Englisch und Geschichte. Mit großem Geschick bewältigte sie ihre Aufgabe und übernahm sogar die Klassenleitung einer 9. Klasse. Leider reichte ihr Vertrag nur bis zum 31.1.2011. Doch statt eine Stelle am Gymnasium in Bleckede zu erhalten, "stopft sie jetzt Löcher" an der Theodor-Heuss-Realschule in Uelzen. "Es ist die wichtigste Kunst des Lehrers, die Freude am Schaffen und Erkennen zu wecken", zitierte Herr Kaufmann bei seiner Abschiedsrede Albert Einstein, und ergänzte mit Ralph Waldo Emerson: "Das Geheimnis der Erziehung liegt in der Achtung vor dem Schüler". Dieses zu beherzigen sei Frau Kuck in hervorragender Weise gelungen. Herr Kaufmann verabschiedete die Kollegin mit guten Wünschen für ihre Zukunft und gab ihr zum Schluss die Worte von Konfuzius mit auf den Weg: "Wohin du auch gehst, geh mit dem ganzen Herzen".
Allerdings gibt es auch neue Gesichter an der Gervasius-Realschule. Eine der neuen Kolleginnen ist Marion Wohlfarth, Fachlehrerin für Biologie und Ev. Religion. Aufgewachsen in Berlin machte sie auch dort ihr Abitur und begann anschließend mit dem Studium an der stadteigenen Pädagogischen Hochschule. Die 2. Phase absolvierte sie in Verden in Niedersachsen und trat danach 1986 ihren Schuldienst an der GHRS in Rosche an. Dort unterrichtete sie an allen drei Schulformen (Grund-, Haupt- und Realschule) auch die Fächer Deutsch, Kunst, Erdkunde, Wirtschaft und Hauswirtschaft. 1993 wechselte sie zur Orientierungsstufe der Sternschule in Uelzen, ab 2004 unterrichtete sie am Lessing-Gymnasium, bis sie in diesem Schuljahr nach Ebstorf kam. Ihr Schwerpunkt lag immer beim Fach Evangelische Religion. Nicht nur als Fachberaterin war sie von 1994 – 2006 tätig, seit 1997 hat sie die Fachseminarleitung für Evangelische Religion am Studienseminar in Lüneburg inne.
Als Referendarin gehörte sie 18 Monate zum Kollegium der Gervasius-Realschule, wo sie auch eigenverantwortlich Unterricht durchführen wird. "Wie herrlich ist es nichts zu tun und dann vom Nichtstun auszuruhn", sinnierte einst Wilhelm Busch. Vielleicht fühlte sich Nicole Purnhagen in dem Moment auch so, nachdem sie mit ausgezeichnetem Ergebnis ihre zweite Lehrerprüfung bestanden hatte. Eineinhalb Jahre war sie Referendarin und damit Kollegin dieser Schule und verdiente sich ihre Sporen in den Fächern Deutsch und Geschichte. Am 31. Oktober endete ihr Anstellungsverhältnis und sie musste sich zum 1. Februar an einer Schule ihrer Wahl bewerben. Zu ihrem erfolgreichen Abschneiden gratulierte das Kollegium ihr ganz herzlich und wünschte ihr
für ihren weiteren Lebens- und Berufsweg alles Gute.
Juliane Linke ist das zweite neue Gesicht. Ihre Wurzeln hat sie in Norderstedt, wo sie ihr Abitur machte, bevor sie an der Universität in Hamburg mit dem Studium der Fächer Biologie und Geographie begann. Schon während des Studiums machte sie immer wieder Praktika, sowohl in der Behindertenbetreuung als auch in der Grundschule als Aushilfslehrkraft. Auch begleitete sie Klassenfahrten und engagierte sich bei anderen schulischen Veranstaltungen. Norderstedt, Henstedt-Ulsburg, Kaltenkirchen waren bislang ihr Wirkungsbereich. Bei der Bewerbung um die zweite Ausbildungsphase wurde sie dem Studienseminar Lüneburg zugeteilt.
"Geradlinige Lebenswege sind weit vorausschaubar, erst Kurven und Abzweigungen machen das Leben
interessant." Das ist das Lebensmotto einer Neuen – Sabine Burnus. Aufgewachsen im Landkreis Gifhorn, studierte sie von 1991 bis 1996 in Hannover Geographie, Geschichte und später Religionswissenschaften. Ab 1998 absolvierte sie ihr Referendariat an der KGS Hemmingen. Nach Umzug und Familienzeit (sie ist verheiratet und hat zwei Kinder) arbeitete sie bis 2006 ehrenamtlich in der Leseförderung und im Mehrgenerationenhaus. Nach einem erneuten Umzug begann sie in Lüneburg, da sie keine Arbeitsmöglichkeit fand, ein zweites Studium: Deutsch mit der Zusatzqualifikation "Deutsch als Zweitsprache". Seit ihrem Abschluss ist sie als Feuerwehrlehrkraft unterwegs – zunächst in Salzhausen, dann an der Sternschule in Uelzen und seit dem 1. Februar an der Gervasius-Realschule, wo Schulleitung und Kollegium froh sind über die qualifizierte Unterstützung.
Angelika Schröder