Neuer Aspekt der Berufsvorbereitung: Mitschüler schätzen sich gegenseitig ein

Zum 11. Januar lud die Schulleitung der Gervasius-Realschule alle Sponsoren der Aktion "Berufsnavigator" in die Schule zur Auswertung der Aktion ein. Der kommissarische Schulleiter Herr Kaufmann, sein Vertreter Herr Ney und Frau Streller freuten sich, Herrn Rösler von der Agentur für Arbeit, Herrn Milnikel und Herrn Neumann von der Volksbank Uelzen-Salzwedel und Herrn Borger vom Jugendamt (Abteilung Jugendpflege) des Landkreises begrüßen zu können. Gemeinsam wurde die Aktion ausgewertet, auf die Frau Streller vor 6 Monaten die Schulleitung aufmerksam gemacht hatte und die sie organisiert hat. Für den 11. Dezember hatten alle Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen das Angebot der Schule erhalten, einen Tag der Berufsvorbereitung zusammen auf eine ganz andere Art und Weise zu verbringen, als sie das bisher kannten; 55 Schülerinnen und Schüler meldeten sich zur Teilnahme an der Aktion, die die Firma "Berufsnavigator" so beschreibt:

"Es wird ein zweistufiges Verfahren genutzt: Im ersten Schritt werden die Profile der persönlichen Kompetenzen herausgearbeitet. Ein Schüler beurteilt gemeinsam mit drei Klassenkameraden (Peer-Rating) seine persönlichen Fähigkeiten. Über Handsender bewerten die Jugendlichen 50 verschiedene Merkmale (z.B. Belastbarkeit, Bildung, soziale Kompetenz, Ehrgeiz, Intelligenz, Kreativität...) mit Hilfe einer siebenstufigen Skala und erstellen so ein aussagekräftiges und präzises Persönlichkeitsprofil. In einem zweiten Schritt ordnet die Software den individuellen Eignungsprofilen der Schüler passende Berufsbilder zu. Hierfür steht eine umfangreiche Datenbank zur Verfügung mit bislang 152 Berufsprofilen für den Gymnasialbereich sowie 202 Berufsprofilen für den Haupt- und Realschulbereich. Im Anschluss an das Beurteilungsverfahren beraten erfahrene Praktiker aus dem Personalbereich die Schüler im Hinblick auf ihre Ergebnisse." (zitiert aus der Internetseite der Firma "Berufsvavigator")

Das Neue an diesem Verfahren ist also, dass die Schülerinnen und Schüler von ihren Mitschülern und Freunden hinsichtlich bestimmter Aspekte eingeschätzt werden. Bei anderen Verfahren der Berufsberatung sind diese Bezugspersonen bisher nicht mit einbezogen.

Ein derart aufwändiges Verfahren mit dem Einsatz von mehreren Fachleuten ist natürlich nicht kostenfrei. Um dieses dennoch für alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen, gelang es der Schulleitung, Sponsoren zu gewinnen:

Sie haben dazu beigetragen, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme kostenfrei ermöglichen konnten. Vielen Dank an dieser Stelle für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

In der Besprechung trug Herr Kaufmann das Ergebnis einer Befragung vor. Die Schülerinnen und Schüler hatten auf einem Fragebogen zu 12 Fragen Stellung genommen. Auffällig und auch erfreulich war, dass jeweils rund 80% der Befragten folgende Fragen als "sehr zutreffend" oder "zutreffend" markierten:

Die Teilnehmer an der Besprechung waren sich einig in der Einschätzung, dass der "Berufsnavigator" ein außerordentlich gutes Instrument ist, um in der Phase der Berufsorientierung zusätzliche Aspekte zu beleuchten. Er kann und soll nicht andere Instrumente der Berufsberatung ersetzen, aber als Ergänzung hilft er, für alle Beteiligten - Schüler, Eltern, Lehrer und Agentur für Arbeit - ein umfassenderes Bild der beruflichen Möglichkeiten, aber auch der Grenzen zu erstellen.

Jörg-Dietrich Kaufmann

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