Auf Spurensuche 20 Jahre nach dem Fall der Mauer

Anfang Mai hatten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen die Möglichkeit, sich über die jüngste Vergangenheit der deutschen Geschichte zu informieren. Sie folgten einer Einladung des Heimat- und Kulturkreises Ebstorf, der im Rahmen seines Programms eine öffentliche Filmvorführung zum Thema „1989 - Die friedliche Revolution und das Ende der deutsch-deutschen Grenze“ in der Aula der Gervasius-Realschule veranstaltete.

Begleitet wurde diese Veranstaltung von dem Barumer Fotografen Jürgen Ritter und Dietrich Zarft aus Ebstorf. Durch ihr Mitwirken wurde ein Film erstellt, dessen Anliegen es ist, einen Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Geschichte zu leisten und daran zu erinnern, dass Freiheit ein kostbares Gut ist, das man hüten und bewahren muss.

Beide haben Lehrer und Schüler eines Frankfurter Gymnasiums eine Woche lang auf einer Radtour entlang der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen begleitet. Diese hatten sich auf Spurensuche begeben, um an Ort und Stelle Geschichte zu „erfahren“. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der anschaulich die ehemaligen Grenzbefestigungen zeigt, aber auch deutlich macht, dass nach 20 Jahren bereits an vielen Abschnitten nur noch zu erahnen ist, wo früher die Grenze verlief und im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache gewachsen ist. Sehr ausführlich wurde von Landespolitikern aus Thüringen und Hessen darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich mit dieser Problematik auseinander zu setzen.

Besonders aufschlussreich fanden unsere Schüler und die Gäste des Kulturvereins die Aussagen von Zeitzeugen, etwa einem ehemaligen Grenzsoldaten, der sich zum Thema „Schießbefehl“ äußerte und einem Mann, dem es gelungen war, aus der DDR zu fliehen. Erschreckend und bedrückend wirkten die Informationen über gescheiterte Fluchtversuche und das System der Bespitzelung durch den Staatssicherheitsdienst. Unvorstellbar war für viele Schüler nach dem Film, wie Menschen so lange „eingeschlossen“ leben konnten, warum sie nicht eher auf die Straßen gegangen sind, wie sie in der Lage waren so lange ein Leben in Unfreiheit zu führen; Fragen, die zeigen, dass der Film erreicht hat, dass man nicht vergisst, was geschehen ist, sondern auf die Suche nach Antworten geht.

Brunhilde Höner

Tagebuch