Fortbildung des Kollegiums der Gervasius-Realschule: Umgang mit Feuerlöschern

„Feuer!“ Jeder, der einen solchen Ausruf hört, schrickt zusammen, und das Herz beginnt zu rasen. Dabei ist ein kühler Kopf und besonnenes Handeln jetzt vonnöten, will man nicht den Brandherd vergrößern, sondern löschen. Fachleute auf diesem Gebiet sind die Männer und Frauen der Feuerwehr, und so informierte sich das Lehrerkollegium der Gervasius-Realschule vor Ort bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebstorf, wie es sich im Ernstfall verhalten soll.

Die Kooperation war bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch den ehemaligen Schüler Tobias Rühlow geknüpft worden. Dieser begrüßte dann auch die Lehrkräfte und gab einen ersten Überblick über die Einsatzfahrzeuge der hiesigen Stützpunktfeuerwehr. Der stellvertretende Schulleiter, Herr Kaufmann, schlüpfte in Jacke und Helm eines Feuerwehrmannes und stellte erstaunt fest, wie viel Gewicht allein diese Kleidungsstücke ausmachten.

So erfuhren die Kolleginnen und Kollegen, dass Feuerwehrleute schon eine gute Kondition mitbringen müssen, da neben der etwa 10 kg schweren normalen Ausrüstung im Ernstfall noch weitere 20 kg hinzukommen können, wenn nämlich die Atemschutzausrüstung mit Maske, Sauerstoffgerät, Lampe und Axt gebraucht wird. Auch das Gewicht der Rettungsschere entlockte den Lehrerinnen und Lehrern Bewunderung für die Arbeit der Feuerwehr.

Anschließend wurde es theoretisch. Herr Lüllau informierte die Lehrkräfte darüber, dass nicht jeder Brand einfach mit Wasser gelöscht werden dürfe, da z.B. bei Metallbränden Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird, was dann in erheblichem Umfang brandfördernd wirkt. Es wurde deutlich, dass Wasser als Löschmittel nur bedingt einsetzbar ist, z. B. in elektrischen Anlagen, bei Säure und Laugen oder künstlichen Düngemitteln, nicht jedoch bei Metallbränden, bei Schornsteinbränden oder bestimmten chemischen Stoffen, die mit Wasser heftig reagieren. Hierfür weicht man auf Löschmittel in Schaum- oder Pulverform aus, wobei deutlich wurde, dass ein mit Pulver versehener Feuerlöscher zwar eine schlagartige Löschwirkung hat und für Mensch und Tier weitestgehend ungefährlich und ungiftig ist, zudem einen großen Verwendungsbereich hat, dass jedoch der Nachteil im großen Schaden durch Verschmutzung liegt, da die kleinen Silikonkügelchen in Form von feinstem Staub anschließend überall zu finden sind.

Praktisch wurde es dann noch einmal auf dem Hof der Feuerwehr, wo Brände simuliert wurden, die die Lehrkräfte löschen mussten. Dabei wurde auch noch einmal eindrucksvoll vorgeführt, was passiert, wenn ein Küchenbrand, hervorgerufen durch erhitztes Fett, mit Wasser gelöscht wird. Eine gewaltige Stichflamme war das Ergebnis und niemand mochte sich ausmalen, wie es wäre, passierte so etwas in den eigenen vier Wänden.

Herr Kaufmann bedankte sich im Namen des Kollegiums für die interessante Darstellung und Information und kündigte eine Spende des Kollegiums an den Förderverein der Ebstorfer Feuerwehr an und versprach Unterstützung bei der Nachwuchsförderung. Sehr beeindruckt und mit großem Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute machte sich das Kollegium auf den Heimweg, ganz in dem Bewusstsein, dass die Männer und Frauen der freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich für die Bevölkerung ihren Dienst verrichten.

Angelika Schröder

Tagebuch