Wir schreiben das Jahr 1888. Die Zuschauer empfängt Sturmgeheul und sie sehen ein großes, auf den Vorhang projiziertes Segelschiff, das, seitwärts liegend gegen den hohen Wellengang kämpft. Plötzlich ertönt ein lauter Knall – Sturm und Gewitter haben das Schiff zum Kentern gebracht und die aufgeschreckten Zuschauer erleben, wie ein junges Paar mit seinem Baby an den Strand gespült wird. Dieses baut sich in ihrem neuen afrikanischen Zuhause eine Baumhütte, doch im Kampf mit einem Leoparden kommen die Eltern uns Leben. Zurück bleibt das Baby, das von dem Gorillaweibchen Kala gerettet und aufgezogen wird. „Dir gehört mein Herz“ erklingt es dazu aus dem Orchestergraben, und die Besucher der Neuen Flora werden in den folgenden zwei Stunden Zeuge des Lebens von Tarzan, der als Menschenkind unter dem Schutz Kalas in der Gemeinschaft der Gorillas aufwächst.
Mittendrin in dem grandiosen Hightech-Spektakel sitzt ein Drittel der Schülerschaft der Gervasius-Realschule Ebstorf.

Mit zwei Bussen sind an diesem Abend 95 Schülerinnen und Schüler sowie fünf Lehrkräfte nach Hamburg gereist, um dieses neu dimensionierte Musical zu sehen.
Fasziniert verfolgen sie den rasanten Flug der Darsteller an „Lianen“ durch den Saal und die akrobatische Umsetzung der jeweiligen Figur, die sie verkörpern.
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Ob es sich um Affen handelt, um Insekten oder anderes Getier, das Musical Tarzan besticht durch fantastische Kostüme, spektakuläre Luftakrobatik und eine beeindruckende Choreographie. Eine großartig inszenierte Bühnenshow, zu der niemand Geringerer als der Weltstar Phil Collins die Musik schrieb. Für den romantischen Titelhit „You’ll Be In My Heart“ wurde er unter anderem mit dem begehrten Grammy und dem Oscar ausgezeichnet. Schade ist nur, dass dieses der einzig wirkliche „Ohrwurm“ bleibt, obgleich auch das Orchester insgesamt mit der musikalischen Untermalung der Geschichte überzeugt.
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So sind auch die Schüler geteilter Meinung. Zwar berichten die meisten Schüler von ihren beeindruckenden Erlebnissen und dass Tarzan und andere Affen zum Greifen nahe über sie hinweggeschwebt seien, doch gibt es auch kritische Stimmen, die vornehmlich die Musik nicht so mitreißend finden.
Gleichwohl erlebten alle hundert Mitfahrenden einen Abend von bleibender Erinnerung, der durch die Bezuschussung der Fahrt durch den Förderverein für die Schüler wieder zu einem erschwinglichen Erlebnis werden konnte.
Schön wäre es, wenn viele Eltern dieses Ereignis zum Anlass nähmen, Mitglied im Förderverein der Gervasius-Realschule Ebstorf zu werden, denn nur so bleibt gewährleistet, dass auch künftig kulturelle Highlights wie ein Musicalbesuch für Schüler aller Klassen zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden können.
Der Stage Entertainment GmbH, die mehrere Theater in Hamburg, Berlin, Stuttgart, Essen und Oberhausen betreibt, danken wir für die Überlassung der hier verwendeten Fotos.
Angelika Schröder