Am 22. Mai war es wieder soweit: Zum 10. Mal öffnete sich der Vorhang des Sommertheaters der Gervasius-Realschule, und die Spannung war groß, denn noch in letzter Minute holte sich ein Schauspieler Hilfe aus dem Publikum beim Ankleiden:

Was erwartete die Zuschauer? "Männer!" stand auf der Einladung, der Autor Konrad Riggenmann schrieb "eine Persiflage auf das vermeintlich starke Geschlecht". Wieso vermeintlich? Wir Männer können und wissen doch wirklich alles besser. Oder nicht? Nun, was könnte uns die WPK-Theatertruppe da schon zeigen?

Ach, Männer spielen mit Puppen? Zu Recht ist der Vater im Blaumann entsetzt. Und ...

... Mädchen haben einen Werkzeugkasten in der Hand und wollen damit arbeiten - oder nur das Haus ruinieren?!
Mit all solchen Vorurteilen konfrontierten die Schauspieler in den Rollen als Vater, Mutter, Sohn und Tochter die Gäste dieser Aufführung - sei es der Konflikt zwischen Bruder und Schwester, sei es der Fernsehabend, bei dem der Vater alles entscheidet und die Oberhoheit beansprucht:


Was Vater und Mutter im Fernseher sahen, zeigten die Schauspieler auf der rechten Bühnenhälfte: Konflikte zwischen Männer und Frauen im Haushalt, bei der Planung der Hochzeit, in eher weniger partnerschaftlichen Beziehungen, ...


Die Abfolge von sowohl unterhaltsamen als auch nachdenklichen Szenen wurde immer wieder unterbrochen durch musikalische Darbietungen, die diese Aufführung zum Musical machten, was die Zuschauer in besonderem Maße genossen und schon zwischendurch mit viel Beifall bedachten:


Recht skurril wurde es dann, als der Großvater, der in ferner Vergangenheit schwelgte, versuchte, deren Wertmaßstäbe und Einstellungen an seinen Enkel weiterzugeben. Schließlich wollten die beiden auf einem Motorrad nach Hamburg fahren, was sie großspurig ankündigten, sie landeten dann aber nur in der nächsten Kneipe und wenig später im Graben - Männer eben. Oder ist das nicht wieder ein Vorurteil?


Zum Schluss ebbte der Konflikt zwischen Bruder und Schwester ab, und das Lied, das die Schwester gerade hörte, wurde zur musikalisch gewaltigen Schlussszene: "Don't worry, be happy" von Bobby McFerrin:



Die Zuschauer bedankten sich für die unterhaltsamen 80 Minuten mit einem kräftigen Applaus und die Schauspieler mit einem Blumenstrauß bei der Regisseurin und - nur Insider wissen es - Dompteuse Angelika Schröder:

"Herzlichen Glückwunsch" zu einer gelungenen Aufführung im Sommertheater, liebe Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b, und "Herzlichen Glückwunsch", liebe Frau Schröder!
Jörg-Dietrich Kaufmann
(Fotos: Meike Bornemann)