Drogen? Nein danke! – Präventionsarbeit an der Gervasius-Realschule Ebstorf

Im Rahmen einer erweiterten Unterrichtsreihe zum Thema „Alkoholmissbrauch im Jugendalter – Komatrinken als gruppendynamisches Phänomen“ informierte Frau Polizeikommissarin Silke Munstermann Anfang April die 10. Klassen der Gervasius-Realschule Ebstorf sehr anschaulich und eindrucksvoll über die Gefahren und Folgen von Drogenkonsum im Straßenverkehr.

Die Schüler erfuhren, dass Drogen fahruntüchtig machen und gleichzeitig eine besonders riskante Fahrweise forcieren. Entfernungen können nicht mehr abgeschätzt werden, Motorik, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sind gestört, Sehfähigkeit und Gehör sind beeinträchtigt, die Blendempfindlichkeit nimmt zu und das Denken wird unlogisch und wirklichkeitsfremd. Werden mehrere Drogen miteinander kombiniert, werden die Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit vollkommen unkalkulierbar – erst recht in Verbindung mit Alkohol. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zusammensetzung der Designerdrogen unbekannt ist, es gibt keinen ‚Beipackzettel’.

Die Polizei verfüge über einen hocheffizienten Schnelltest, der selbst geringe Spuren von Drogensubstanzen im Körper zuverlässig nachweise, so die Beamtin. Führe man unter Drogeneinfluss ein Kraftfahrzeug, so mache man sich strafbar und müsse mit empfindlichen Konsequenzen rechnen (Bußgeld in Höhe von bis zu 1500 Euro, Fahrverbot, Punkte in Flensburg). Verursache man im Drogenrausch einen Unfall, so verschärfe sich das Strafmaß, sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren sei möglich. Darüber hinaus müsse man für sämtliche Unfallkosten selber aufkommen. Besonders erstaunt zeigten die Schüler sich über die unberechenbare Dauer eines Drogenrausches durch illegale Substanzen, das mögliche Ausmaß der Straffolgen, den langen Zeitraum der Nachweisbarkeit und die überaus hohen Folgekosten. Man müsse, so die Kommissarin, pro Drogenscreening 120-150 Euro zahlen, für die Vorbereitung zur medizinisch-psychologischen Untersuchung 800-1000 Euro, für die MPU selbst rund 500 Euro. Die Tatsache, dass sogar ein Fußgänger oder Beifahrer, bei dem Drogen gefunden werden, nicht nur strafrechtlich belangt sondern als für das Führen eines Kraftfahrzeugs ungeeignet eingestuft werden könne, sorgte bei dem jungen Publikum für eine noch größere Überraschung.

Der Blick durch die ‚Rauschbrille’ eröffnete den Schülern völlig neue Dimensionen: Eine gerade Linie war nicht mehr als solche erkennbar oder gleich doppelt zu sehen, das Laufen auf der Linie erwies sich als ungeheuer schwierig oder gar unmöglich. Das Aufschließen einer Tür gelang nur dem, der mühevoll das Schlüsselloch ertastete. Welch ein Glück, dass der Schlüssel angekettet war! Auch der Tennisball wurde doppelt gesehen und beim anvisierten Fang gezielt danebengegriffen. Und selbst der talentierteste Fußballkünstler hatte so seine Schwierigkeit, mit vier Füßen zwei Bälle zu treffen…

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es Rezepte für alkoholfreie Cocktails, die bei den Schülern großen Anklang fanden.

Gabriela Meiners

Tagebuch