9. September 2006: Klasse 10e, Abschluss 1961

Klassenlehrerin Frau Sophia Wichelmann

Klassentreffen nach 45 Jahren

Klassen 10a/e

Wir, die meisten der ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 E mit Abschluss im März 1961, haben uns nicht aus den Augen verloren.

Nach Klassentreffen in 1991 ...

... und 2001 ...

... haben wir uns wieder am 9. September 2006 in froher Runde in Ebstorf getroffen. Annegret und Henning haben dankenswerterweise, wie schon bei den Treffen zuvor, interessante Programmpunkte in Ebstorf und Umgebung gefunden, die deutlich machen, wie schön und interessant die alte Heimat ist und auch zeigen, wie die Entwicklung hier positiv weiter geht. Dies sieht man beispielhaft auch an unserer Mittelschule (jetzt benannt: „Gervasius-Realschule“), die mit zahlreichen neuen Gebäuden und Funktionalitäten erheblich ausgeweitet wurde, um den heutigen Anforderungen der weiter gestiegenen Schülerzahl und einem zeitgemäßen Lehrauftrag gut entsprechen zu können. Unsere alten Klassenräume haben wir zu unserer Freude aber auch noch gefunden! Der von Herrn Kaufmann geführte und detailreich erläuterte Rundgang in der stattlich ausgebauten Schule hat uns beeindruckt und erfreut.

Am Samstagnachmittag besichtigten wir mit fachkundiger Führerin die 1976 erbaute Schiffschleuse Uelzen bei Esterholz (beeindruckend!) und genossen anschließend die vorbereitete Kaffeetafel im Arboretum Melzingen inmitten von seltenen Bäumen und Sträuchern. Beim Abendessen bei „Marquardt“ war unsere Klassenlehrerin Sophia Wichelmann dann wieder mit dabei und erfreute sich an so mancher Anekdote aus vergangenen Schulzeiten.

Dass unsere Klassenlehrerin, die uns von 1955 bis 1961 sehr engagiert führte, unsere vollen Namen, Spitznamen, Eigenarten (und schulischen Leistungen) nach 45 Jahren absolut parat hat, war wieder einmal beeindruckend. Unser „Fräulein Wichelmann“ war damals unsere jüngste Lehrerin (und für sie waren wir die ersten Schäfchen, die ihr als „Klassenlehrerin“ anvertraut wurden). Erinnert haben wir uns auch an weitere Lehrer mit individuellen reichen Lebenserfahrungen, die uns ganz unterschiedlich mit Wissen und Ideen versorgt haben, u.a.: Fräulein Endemann, Herr Helbig, Herr Moldenhauer, Herr Holzgrefe, Herr Bastian, Herr Wannerer, Frau Münchbach, Fräulein Thiel, Herr Wernick, Herr Illies, Fräulein von Pusch.

Am Sonntagvormittag folgten wir bei herrlichem Wetter zu Fuß dem neu angelegten „Auferstehungsweg“, der zwischen Ebstorf und Hanstedt I in schöner Landschaft über den Ahrensberg führt. Erst nach einer anschließenden Erfrischung mit leckerem Eis beim Italiener im Ortszentrum machten wir uns nach den schönen gemeinsamen Stunden in alle Himmelsrichtungen auf den kürzeren oder weiteren Heimweg.

Bei unseren Treffen ist immer wieder die besondere Verbundenheit zu spüren, die in der gemeinsamen Schulzeit entstanden ist. Dabei waren damals die Umstände für viele von uns in den kargen Nachkriegsjahren nicht besonders förderlich. Nicht nur die Schule belastete uns mit täglichen Schularbeiten, viel „auswendig lernen“ usw., auch im elterlichen Haushalt oder Betrieb war Mitarbeit angesagt. Was für ein Glück, dass kaum eine Familie einen Fernseher hatte und die Segnungen von Taschenrechnern und Computern gänzlich unbekannt waren. Also blieb doch noch im Sommer Zeit zum Schwimmen in der alten Ebstorfer Badeanstalt und später im neuen Freibad, für Fußball, Tischtennis und andere Dinge. Im Winter (den gab es damals noch!) dann Schlittschuhlaufen/Eishockey auf dem Mühlenteich und dem Klärteich. Besondere Anschaffungen oder Annehmlichkeiten mussten erarbeitet werden und das erforderte eigenes Handeln. Taschengeld war üblicherweise zu verdienen durch Mithilfe zu Hause, durch „Kartoffelbuddeln“ (je Stunde eine Mark – und herrlich schmeckendes Mittagessen beim Bauern) in den Herbstferien (Kartoffelferien), aber auch durch „Rübenhacken“ (1 Hektar, 3 Durchgänge = 65 Mark), Bodenproben (auf Nematoden) von den Kartoffeläckern nehmen für die Saatzucht, Blei sammeln in den Erdwällen des Schießstandes, Eicheln sammeln im Tatendorfer Busch usw. usw.. Highlights im schulischen Bereich waren u.a.: Klassenausflug nach Worpswede/Bremen, unsere ganz Ebstorf begeisternde Aufführung des Märchen-Theaterstücks „Des Kaisers neue Kleider“ auf der Bühne des Hotels Marquardt, Abschluss-Klassenfahrt an den Rhein und die Mosel (Köln, Bonn, Bad Godesberg, Cochem).

Die Schul- und Lebensjahre von 1955 bis 1961 haben uns mit geprägt. Wir haben Zusammenhalt erfahren, Genügsamkeit erlebt, waren meistens knapp bei Kasse, lernten viel und wussten uns zu helfen. Und wir hatten Glück damit, genau diese Zeit mit ihren harten Seiten, aber auch ihren Möglichkeiten und Freuden, erleben zu dürfen. Heute können wir dankbar feststellen, dass alle Schülerinnen und Schüler der 10 E erfolgreich ihren individuellen Weg gegangen sind.

Mitschüler: Annegret, Bärbel, Bernd, Christa, Dagmar, Detlef, Dietlinde, Dietrich, Dörthe, Eckart D., Eckart G., Eckhard M., Elisabeth, Elke Wint., Elke Will., Erika, Eva, Gerhard, Gudrun, Hannelore, Harald, Henning, Hermann, Horst, Ingrid E., Ingrid R., Jürgen B., Jürgen E., Klaus-Dieter, Monika, Peter, Rolf, Sabine, Susanne, Ursula.

Wir hoffen sehr, dass nach langen und intensiven Arbeitsjahren noch einige kurzweilige Ruhestandsjahre bei guter Gesundheit vor uns liegen und wir uns von Zeit zu Zeit in fröhlicher Runde wieder sehen dürfen. Nächster schon verabredeter Termin ist unser 50-jähriges Jubiläum im Jahre 2011.

Hermann Neben


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